Manchmal merkt man, dass eine Idee wächst, wenn plötzlich Menschen mitmachen, mit denen man am Anfang gar nicht gerechnet hatte.
Genau so ein Moment ist für uns jetzt in Mainz gekommen: Die Fair Trade Stadt Mainz unterstützt offiziell unsere Initiative Kartenretter.de und ruft die Mainzerinnen und Mainzer dazu auf, gemeinsam mit uns alte microSD-Karten zu sammeln.
Wir freuen uns riesig darüber!
Eine Sammelbox mitten in Mainz
Ab sofort steht im Mainzer Umweltladen eine Kartenretter-Sammelbox. Wer zuhause noch alte, funktionsfähige microSD-Karten findet, kann sie dort ganz unkompliziert abgeben. Die Stadt kümmert sich anschließend darum, dass die gesammelten Karten zu uns zur Audiopedia Foundation gelangen.
Für uns ist das weit mehr als eine zusätzliche Sammelstelle.
Denn Kartenretter lebt von einer einfachen Idee: Viele Menschen besitzen noch kleine Speicherkarten, die längst nicht mehr gebraucht werden. Bei uns bekommen sie ein zweites Leben. Wir löschen die vorhandenen Daten sicher, bespielen die Karten mit Audiopedia-Hörwissen in lokalen Sprachen und geben sie über unsere Partner an Frauen weiter, für die Internetzugang oder geschriebene Informationen keine Selbstverständlichkeit sind.
So kann etwas, das in einer Mainzer Schublade seit Jahren vergessen liegt, irgendwann in einem einfachen Mobiltelefon in Afrika stecken - und dort zu einer kleinen Audiobibliothek werden.
Von Rheinland-Pfalz nach Ruanda
Besonders schön ist für uns, dass Mainz auf seiner Kartenretter-Seite ausdrücklich auch auf unsere Arbeit in Ruanda hinweist.
Dort verteilen wir derzeit gemeinsam mit lokalen Partnern, unterstützt vom Freundeskreis Ruhango-Kigoma Landau und der Postcode-Lotterie microSD-Karten mit Audioinhalten unter anderem zu mentaler Gesundheit. Gerade in ländlichen Regionen sind medizinische und beratende Angebote oft schwer erreichbar. Die Audios vermitteln deshalb nicht nur Wissen. Wenn Frauen sie gemeinsam anhören, können sie auch Gespräche anstoßen: über Ängste, Belastungen, Gesundheit und Erfahrungen, über die sonst vielleicht nie gesprochen würde.
Damit schließt sich ein schöner Kreis: Rheinland-Pfalz sammelt - und die rheinland-pfälzische Partnerschaft mit Ruanda hilft dabei, dass aus den gesammelten Karten vor Ort etwas Sinnvolles entsteht.
Vielleicht macht Mainz Schule
Was uns an der neuen Kooperation besonders gefällt: Sie zeigt, wie leicht sich die Kartenretter-Idee vervielfältigen lässt. Es braucht dafür keine große Organisation. Eine Sammelbox, ein paar Menschen, die davon erzählen und viele kleine Karten, die plötzlich wieder einen Zweck bekommen.
Die Stadt Mainz lädt deshalb auch Unternehmen, Schulen und andere Institutionen dazu ein, selbst mitzusammeln. Materialien dafür werden zur Verfügung gestellt.
Vielleicht wird aus einer Sammelbox im Umweltladen also bald ein ganzes Netz von Sammelstellen.
Wir würden uns freuen. Sehr sogar. Denn jede neue Sammelstelle bedeutet nicht nur mehr Karten. Sie bedeutet auch mehr Menschen, die von der Idee erfahren und sie weitertragen.
Danke, Mainz, fürs Mitmachen - und willkommen bei den Kartenrettern!