Ruanda begleitet uns bei Audiopedia schon lange. Bereits 2018 konnten wir erste Projekte mit dem Pfalzklinikum dort umsetzen - mit lokalen Partnern, großem Engagement und viel gegenseitigem Vertrauen. Nach einer pandemiebedingten Pause waren wir nun endlich wieder einmal vor Ort - mit neuen Ideen und weiterhin dem klaren Fokus auf mentale Gesundheit. Ende November reisten wir nach Kigali, um unsere Zusammenarbeit mit langjährigen Partnern fortzusetzen und neue Partner zu treffen.
Auch wenn sich in den vergangenen sechs Jahren in Ruanda vieles verändert hat: Der Wunsch nach Wissen, nach Heilung und Selbstbestimmung ist geblieben. Besonders bei Frauen, die nach dem Genozid von 1994 mit unvorstellbaren Verlusten leben und dennoch täglich nach vorn blicken.

AVEGA - eine Organisation der Hoffnung
Gegründet 1995 - nur ein Jahr nach dem Völkermord - von Überlebenden selbst, hat sich AVEGA zu einer der wichtigsten zivilgesellschaftlichen Organisationen Ruandas entwickelt. Heute zählt sie über 20.000 Mitglieder, betreibt eigene Gesundheitszentren, bietet psychosoziale Betreuung, leistet Rechtsbeistand und engagiert sich aktiv für die soziale und wirtschaftliche Teilhabe von Frauen. AVEGA ist dabei viel mehr als nur ein Hilfsangebot:
Sie ist eine starke Stimme für Überlebende, ein Ort der Solidarität und eine treibende Kraft für Versöhnung und Wiederaufbau.
In der Klinik von AVEGA in Kigali hängen unsere Audiopedia-QR-Codes zur mentalen Gesundheit bereits seit Monaten an den Wänden – gut sichtbar für alle, die Hilfe suchen.

Doch viele Frauen auf dem Land haben kein Smartphone. Deshalb haben wir nun einen weiteren Schritt gemacht:
🔹 100 microSD-Karten mit Audio-Inhalten auf Kinyarwanda zu Themen wie Trauma, Depression und Selbstfürsorge wurden bei unserem Besuch übergeben.
🔹 Die Karten werden in den kommenden Wochen über AVEGA-Gruppen an betroffene Frauen verteilt - begleitet von einer lokalen Evaluation: Wer nutzt sie? Wie hilfreich sind die Inhalte? Was wird noch gebraucht?
An Schulen wird bereits zugehört
Gemeinsam mit dem Team des Partnerschaftsbüros Rheinland-Pfalz/Ruanda besuchten wir außerdem eine Schule, die ebenfalls mit unseren QR-Postern zur mentalen Gesundheit arbeitet. Auch dort hängen sie überall gut sichtbar aus. Die Lehrer:innen scannen die Codes, hören die Inhalte mit den Schüler:innen gemeinsam an und sprechen dann mit ihnen über die behandelten Themen.

Eine Lehrerin sagte uns:
„Endlich finde ich die richtigen Worte, um mit den Schüler:innen über Ängste oder Depression zu sprechen. Die Playlists helfen uns, besser zu helfen.“
Solche Rückmeldungen bestärken uns: Einfach aufbereitete, kultursensible Informationen können echte Veränderungen anstoßen.
Was kommt als Nächstes?
Für 2026 planen wir die Ausweitung des Projekts:
✔️ Noch mehr Schulen,
✔️ Noch mehr Frauengruppen,
✔️ Noch mehr mobile Audiobibliotheken.
Und ein neues Thema kommt dabei noch zusätzlich in den Fokus: Mobile Money.
Denn in vielen Regionen Afrikas ersetzt das Bezahlen per Handy längst das klassische Bankkonto. Doch gerade Frauen fehlt oft das nötige Wissen, um sicher mit digitalen Finanzen umzugehen.
Unsere Inhalte sollen helfen - mit leicht verständlichen Audios, ohne Fachjargon, aber mit Wirkung.
Und Ihre SD-Karte? Die kann Teil davon werden.
All das wäre ohne Sie nicht möglich.
Denn viele der Karten, die wir in Ruanda übergeben konnten, kamen direkt von Ihnen, unseren Unterstützer:innen.
Schauen Sie doch mal in Ihre Schublade:
📬 Eine alte microSD-Karte, die Sie nicht mehr brauchen, kann in Ruanda zum Schlüssel für mehr Wissen und mehr Selbstbestimmung werden.
👉 Alle Infos unter: www.kartenretter.de
Unsere Reise nach Ruanda hat uns einmal mehr gezeigt:
Große Wirkung braucht keine Hochglanz-Kampagnen, sondern Herz, Zusammenarbeit und Ihre Unterstützung.
Wir danken allen, die Teil davon sind. Und freuen uns darauf, weiter gemeinsam zu wirken!
