Fast 100 Gäste, ein festlicher Saal, Musik, wunderbares Essen, viele Begegnungen – und am Ende ein großes rotes Herz mit einer Zahl darauf, die uns überwältigt hat: 4.300 Euro für Audiopedia.
Am 16. Oktober feierte GRATIA, die Stiftung der Evangelischen Frauen in Baden, in Karlsruhe ihr 20-jähriges Bestehen. Unter der Schirmherrschaft von Landesbischöfin Prof. Dr. Heike Springhart waren fast 100 Gäste zum großen „GRATIA-Mahl“ in den Albert-Schweitzer-Saal gekommen. Das Programm versprach köstliches Essen, inspirierende Reden, Musik und Begegnung - und genau das wurde dieser Abend auch.
Für uns hatte er allerdings noch eine ganz besondere Bedeutung: Audiopedia war das Herzensprojekt des Jubiläumsabends.
Was verbindet Frauen, deren Leben kaum unterschiedlicher sein könnten?
In meiner kurzen Rede wollte ich deshalb gar nicht in erster Linie erklären, welche Technik Audiopedia benutzt oder auf welchen Wegen unsere Audios verbreitet werden. Mir ging es um eine andere Frage: Was verbindet die Frauen, die an diesem Abend festlich gedeckt in Karlsruhe zusammensaßen, mit einer Mutter in einem Dorf in Uganda, Indien oder Guatemala?
Auf den ersten Blick vielleicht nicht viel: Wir leben in unterschiedlichen Welten, sprechen andere Sprachen und sind mit völlig unterschiedlichen Möglichkeiten geboren worden. Für viele von uns hier in Deutschland ist es selbstverständlich, dass wir lesen können, Informationen im Internet finden, einen Arzttermin vereinbaren, unsere Rechte nachschlagen oder Hilfe organisieren können.
Für Millionen Frauen weltweit ist all das nicht selbstverständlich. Und genau hier beginnt Audiopedia: Wir machen lebenswichtiges Wissen hörbar: über Gesundheit und Schwangerschaft, Verhütung und Familie, Gewalt und Rechte, finanzielle Selbstständigkeit und viele andere Themen. In lokalen Sprachen, kostenlos und so verbreitet, dass die Informationen auch Frauen erreichen, die nicht lesen können oder keinen verlässlichen Zugang zum Internet haben. Denn gerade Frauen im Globalen Süden fehlen oft viele Möglichkeiten, die für uns selbstverständlich sind. Eine davon ist der freie Zugang zu verlässlichem Wissen.
Aber wenn eine Frau dieses Wissen bekommt, bleibt es selten bei ihr. Sie erzählt es ihrer Schwester weiter. Ihrer Nachbarin. Ihrer Freundin. Ihrer Tochter. Und vielleicht ist genau das eine der stärksten Formen von Frauensolidarität: dass etwas, das eine Frau erfährt, die Möglichkeiten einer anderen erweitert.
Ein Abend, der genau davon erzählt hat
In diesem Sinne hätte GRATIA keinen passenderen Rahmen schaffen können.
Es wurde miteinander gegessen, geredet und gefeiert. Landesbischöfin Prof. Dr. Heike Springhart hielt die Festrede, Musik begleitete den Abend, und immer wieder entstanden Gespräche zwischen Menschen, die sich vorher nicht gekannt hatten. Und irgendwann wurde aus all dem etwas sehr Konkretes: 4.300 Euro.
4.300 Euro, die die Gäste dieses Abends für Audiopedia gespendet haben.
Das ist für eine kleine gemeinnützige Organisation wie unsere nicht einfach irgendeine Zahl. Es bedeutet, dass wir neue Inhalte entwickeln, übersetzen und aufnehmen lassen können. Dass mehr Frauen Wissen in einer Sprache hören können, die sie verstehen. Und dass Informationen ihren Weg bis an Orte finden können, an denen eine gedruckte Broschüre oder eine Webseite niemals ankommen würde.
Danke, GRATIA
Unser großer Dank gilt allen Menschen, die diesen Abend möglich gemacht haben – den Mitwirkenden, den Gästen und allen, die mit ihrer Spende zu diesem großartigen Ergebnis beigetragen haben.
Ganz besonders danken wir Birgit Weber, Vorsitzende Vorständin von GRATIA, sowie dem gesamten Organisationsteam für die Einladung, das Vertrauen in unsere Arbeit und die Herzlichkeit, mit der Audiopedia an diesem Abend aufgenommen wurde.
Das Motto des Jubiläums lautete: „GRATIA. Wie gut!“
Und genau so ist es.
Wie gut, dass es Frauen gibt, denen andere Frauen nicht egal sind.
Wie gut, dass wir einander nicht kennen müssen, um auf der Seite der anderen zu stehen.
